Informationen und Anmerkungen


Juristen forschen anders…

Im neuen CHE-Forschungsranking sind die Juristen nicht mehr vertreten. Wie sich aus dem ausführlichen Bericht ergibt, war es den Ranking-Spezialisten offenbar nicht möglich, die für andere Fakultäten geltenden Kriterien für die Forschungsintensität und -qualität auf die rechtswissenschaftlichen Fachbereiche anzuwenden.

Das kann nun daran liegen, dass Juristen anders als andere forschen. Oder sollte dieses Phänomen etwa auch darauf zurück zu führen sein, dass die Rechtswissenschaft in ihrem Kern eigentlich keine Wissenschaft, sondern eher ein Handwerk darstellt, nämlich die regel- und teilweise durchaus kunstgerechte Auslegung von Normen? Wirklich wissenschaftlich wird nämlich nur in denjenigen Bereichen gearbeitet, die mit der tatsächlichen Tätigkeit von Juristen nicht mehr viel zu tun haben, also etwa in der Rechtsphilosophie, der Rechtssoziologie, der Rechtsgeschichte oder der Allgemeinen Staatslehre und Politikwissenschaft.

Natürlich ist es gut und richtig, wenn diese Forschungsgebiete an den Hochschulen beackert werden und sie müssten eigentlich auch in der Ausbildung eine noch viel grössere Rolle spielen. Denn die Erfahrung lehrt, dass Rechtsanwender ohne dieses Fundament nur allzu leicht zu Auslegungsautomaten mutieren.

Aber das nur nebenbei…


Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 17. November 2005 um 14:38 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


Ein Kommentar zu “Juristen forschen anders…”

  1. Tommy

    Das Studium der Rechtswissenschaften ist schon ziemlich einzigartig, bezogen auf das Verhältnis universitäre Ausbildung und spätere praktische Tätigkeit. Vergleichbar vielleicht noch mit dem Theologiestudium, wo sich ein späterer Priester/Pastor u.a. mit Altgriechisch, Exegese von Bibeltexten und Philosophie beschäftigt. Im späteren Berufsalltag betreut er trauernde Angehörige, macht Krankenbesuche oder Kommunions-/Konfirmantenunterricht.

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