Informationen und Anmerkungen


Hausaufgabencontroling

Über einen eher skurrilen Fall aus NRW berichtet SPON. Zwar ist die Überschrift etwas irreführend, weil das VG Münster den Vater einer Schülerin der Sekundarstufe I natürlich nicht dazu verpflichtet hat, die Hausaufgaben seiner Tochter selbst zu kontrollieren. Das ist und bleibt in erster Linie Aufgabe der Lehrer. Als Erziehungsberechtigter muss er aber darauf hinwirken, dass sein Kind die Aufgaben erledigt. Das setzt nun in der Tat voraus, dass er weiss, ob und was das gute Kind denn nun zuhause erledigen muss. Ein Rechtsanspruich darauf, einen Monat früher über die anstehenden Aufgaben informiert zu werden, besteht hingegen nicht. Vielmehr muss es ausreichen, wenn ein Schüler ein Hausaufgabenheft führt und die Lehrer durch Gegenzeichnung klären, dass dieses Heft auch vollständig ist.


Dieser Eintrag wurde am Montag, den 30. Januar 2006 um 14:28 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


3 Kommentare zu “Hausaufgabencontroling”

  1. R. Langenhan

    http://log.handakte.de/?p=2393 :((

  2. jorux

    Handakte hatte es mal wieder als erster… Das kommt davon, wenn der RSS-Reader nicht immer alle Beiträge abruft und einfach zu viel über den Feed läuft.

  3. Lisa Rosa

    Tja — ein Armutszeugnis für die deutsche Pädagogik. Das pädagogische Verhältnis wird immer mehr ein juristisches. Das erinnert mich an zerrüttete Ehen. Und was lernt der Schüler, dessen Eltern seine Hausaufgaben kontrollieren? Er lernt, sich kontrollieren zu lassen, aber nicht, sich selbst zu kontrollieren.
    Auf einer Tagung im Finnlandinstitut letztes Jahr entspann sich ein bezeichnender Dialog zwischen dem Leiter der finnischen Delegation des Bildungsministeriums und einer Berliner Schulleiterin: Finne: Ist es denn zu glauben, dass man bei Ihnen Schulschwänzer mit der Polizei zum Unterricht holt? Wenn wir in Finnland es nicht gleich schaffen, den Schüler mit pädagogischen Methoden zum Schulbesuch zu verlocken, dann kommen wir es eben immer wieder zu ihm nach Hause.- Berlinerin: Wir zwingen die Schüler eben zur Not mit juristischen Methoden. — Finne: Aber das ist doch absurd, man kann doch niemanden zum Lernen zwingen. — Eben.

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