Informationen und Anmerkungen


Mobbing? - Mobbing!

Nach einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München wird jedes 25. Kind mindestens einmal pro Woche von Mitschülern attackiert. Die Autoren kommen damit auf 500.000 Mobbing-Opfer. Das ist schlimm - vor allem deshalb, weil Eltern und Lehrer davon offensichtlich nicht immer erfahren und daher auch nicht einschreiten können.

Oft übersehen wird, dass auch Lehrer Opfer von Mobbing sein können. Und zwar nicht nur durch Kollegen und Vorgesetzte, sondern auch durch Eltern. Ein besonders deutliches Beispiel des Lehrer-Bashing geistert derzeit durch die Presse: Das Lehrerhasserbuch von “Lotte Kühn”, die jetzt unter ihrem echten Namen Gerlinde Unverzagt auch bei SPON schreibt. Frau Unverzagt hatte ein Pseudonym gewählt, weil sie fürchtete, dass ihre vier Kinder andernfalls leiden müssten. Durch die Lüftung des Pseudonyms sind nun aber auch die Lehrer in die Schusslinie geraten, die sich nun auf Grundlage der Beschreibungen leicht identifizieren lassen.

Gegenwärtig läuft bereits eine Unterlassungsklage einer Lehrerin, die sich in ihrer Ehre verletzt fühlt. Man kann nur darauf hoffen, dass sich die Beteiligten trotz der grossen Resonanz in der Presse besinnen und gemeinsam eine Lösung suchen.

Tatsächlich hätte Frau Unverzagt das möglicherweise schon früher tun sollen: Denn in ihrem Buch weist sie mehrfach darauf hin, dass sie sich nicht getraut habe, mit ihrer Kritik und ihren Sorgen auf die Lehrer zuzugehen. Dabei zeigt die Erfahrung, dass im Bereich der Schule nichts anderes gilt als im Rest der Welt: Der beste Schutz gegen Mobbing ist der offene Meinungsaustausch!


Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 15. Februar 2006 um 14:03 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Arbeitsrecht, Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


4 Kommentare zu “Mobbing? - Mobbing!”

  1. Engin Karahan

    Naja, aus der eigenen Schulzeit (ja lang ist es her ;) ) kann ich es schon nachvollziehen, wenn sich die Mutter nicht besonders getraut hat. An meinem Gymnasium mussten sich die Eltern schon überlegen, mit welchem Lehrer sie sich anlegen. Eine Mitschülerin hat in einem Fall den anschliessenden Druck vom Lehrer nicht mehr ausgehalten und zog es dann doch vor, die Schule zu wechseln, und da hat auch nicht geholfen, dass der Vater Landtagsabgeordneter war.

  2. Johannes Rux

    “Miteinander anlegen” und “miteinander sprechen” sind genau die zwei Paar Stiefel, die nicht zueinander passen. Vielleicht ist der Konflikt ja gerade deshalb eskaliert, weil der Herr Vater sein Gewicht als MdL in die Waagschale geworfen hat. Möglicherweise lag es aber auch wirklich am Lehrer. Nach meiner Erfahrung zahlt es sich immer aus, bei einem Konflikt zunächst einen Termin mit dem Fachlehrer zu vereinbaren und ruhig das Problem zu schildern. Wenn das nicht fruchtet, dann sollte man einen weiteren Termin gemeinsam mit der Schulleitung oder einem Beratungslehrer vereinbaren. Das sollte in aller Regel ausreichen.

    Entscheidend ist, dass sich beide Seiten respektieren. Tatsächlich haben Eltern aber oft Angst vor Lehrern - und umgekehrt.

  3. Bernd Pallutz

    Wissende Leherer , dumme Eltern.

    Das ist so zumindest aus Lehrersicht gesehen.
    Die wissen was dein Kind braucht,diewissen was das beste für dein Kind ist die wissen die wissen ….die wissen gar nichts.
    Die haben die Kinder nicht geboren die erleben sie nicht jeden Tag rund um die Uhr .. die sind nicht da wenn es krank ist und hilfe braucht….
    Die sind nur da um das zu tun was sie gerne tun schon des Berufs wegen. Meckern,alle Schuld von sich weissen ,kritisieren,terrorisieren nur das die meisten Lehrkörper (Leerkörper)schon mit dem Aufstehen überfordert sind das haben nur die Eltern bemerkt. Aber die sind ja Dumm.

    gez. Bernd Pallutz

  4. Johannes Rux

    Mit der Einstellung wird es in der Tat schwierig, eine tragfähige Basis zu finden. Genau das meinte ich, als ich über (fehlenden) Respekt sprach. Wenn sich Lehrer so verhalten, wie Herr Pallutz schreibt, dann sind sie schlicht unprofessionell. Das kann man auch rügen. Die meisten Lehrer sind aber nicht so. Ebensowenig wie Eltern generell nur auf ihr eigenes Kind fixiert und ansprüchlich sind. Wenn beide Seiten (oder eigentlich alle drei, denn schliesslich geht es ja in erster Linie um die Schüler) guten Willens sind, sollte es aber möglich sein, sich zu verständigen.

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