Informationen und Anmerkungen


Aus Schaden wird man klug

mir ist im letzten Jahr ein kleines Missgeschick passiert, das leicht zu vermeiden gewesen wäre, wenn es irgendwo im Internet einen entsprechenden Warnhinweis gegeben hätte. Nachdem das bisher offenbar nicht der Fall ist, muss ich die Lücke eben selbst schliessen:

Wer ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Minijob) aufnimmt, kann sich bekanntlich dazu entscheiden, den vollen Beitrag zur Rentenversicherung abzuführen. Dafür sprechen vor allem zwei Gründe: Zum einen werden die Beitragszeiten berücksichtigt, wenn später einmal eine Kur beantragt wird. Zum anderen erwerben die Beitragszahler einen unmittelbaren Anspruch auf Zulagen zur Riester-Rente. Die 30 EUR, die maximal pro Monat zusätzlich abgeführt werden, können sich dann doch lohnen, obwohl sie nur zu einer geringen Rentensteigerung führen.

Bei der Riester-Rente gibt es nun aber ein Problem: Grundsätzlich werden die Mindesteigenbeiträge zwar nach den Einkünften des Vorjahres berechnet. Der Sockelbeitrag nach § 86 Abs. 1 S. 4 EStG muss jedoch noch im laufenden Kalenderjahr abgeführt werden. Dies ist dann wichtig, wenn der Beschäftigte bisher (als Ehegatte) mittelbar zulageberechtigt war und nun durch die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung unmittelbar zulageberechtigt wird. Denn in diesem Fall müssen die 60 EUR bis spätestens zum 10. Januar des Folgejahres beim jeweiligen Anbieter der Riester-Rente eingegangen sein - ist dies nicht der Fall, verfällt der gesamte Zulageanspruch für das Jahr - und das sind für das Jahr 2005 immerhin 76 EUR ab 2006 sogar 114 EUR.

Vielleicht hilft dieser Hinweis ja dem einen oder der anderen dabei, denselben Fehler zu vermeiden: Wer bisher mittelbar zulageberechtigt war, eine geringfügige Beschäftigung aufnimmt und sich entschliesst, den vollen Rentenversicherungsbeitrag zu bezahlen, sollte sich umgehend mit dem Anbieter seiner Riester-Rente in Verbindung setzen und dafür sorgen, dass die Beiträge entsprechend angepasst werden!


Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 7. März 2006 um 9:34 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


5 Kommentare zu “Aus Schaden wird man klug”

  1. Die Rente ist sicher

    Hinweis für Minijobber mit Riester-Rente

  2. Franzi

    Hallo, Richtig, nirgendwo findet man einen Hinweis auf die Geschichte. ich bin auch nur durch Zufall darauf gestossen und erzähle es jedem mit Mini-Job, den ich kenne. Aber die Wenigsten haben Interesse daran. Es wäre schön, wenn es mehr Leute gäbe, die einem mitteilen würden, wie man alles ausschöpfen kann.

  3. György Rente-Magasz

    Das hat doch Methode, daß der Ausschöpf-Dschungel undurchsichtig bleibt! So spart sich der Staat mit der mangelnden Aufklärung seiner Bürger bzw nur zögerlichem Herausrücken von Informationen ne Menge Geld, die er seinen Politikern in die mageren Portmonais stecken kann ;-)
    Die gesetzliche Rente sei ” Sicher “, das ist wohl ein Märchen, das niemand mehr glaubt!

  4. online-kredite.com

    Ein interessanter Fallstrick, der sicher auch seinen Teil dazu beiträgt, dass Jahr für Jahr Millionenbeträge an staatlicher Förderung im Rahmen der Riester-Rente nicht genutzt werden. Im Vergleich zur Anzahl der Sparer, die wie auf http://www.kredit-und-finanzen.de/blog/versicherung-und-vorsorge/riester-rente-wer-will-die-millionen.html nachzulesen ist, ihre Förderung aber gleich gar nicht erst beantragen, dürften die hier geschilderten Fälle verschwindend gering sein.

  5. Finego.de

    Ich kann verstehen, wenn viele verärgert sind über die mangelnde Aufklärung. Aber vielleicht muss man auch mal die andere Seite sehen. Ich bin beruflich in diesem Bereich tätig und informiere meine Kunden und Interessenten auch über das Thema “Minijobber und Riester-Rente”. Verdienen kann ich hieran kaum was, da die abzuschließenden Rentenversicherungen ja im Regelfall nur 60 € Jahresbeitrag haben. Trotzdem ist es unglaublich schwer Leute zu finden, die sich beraten lassen wollen! Bekommt man z.B Empfehlungen von einem zufriedenen Kunden und ruft dann die potenziellen Interessenten an, wird man teilweise noch wegen Belästigung beschimpft.
    Warum nehmen so wenig Leute professionelle Beratung in Anspruch? Es kostet doch nix!!!

    Wer übrigens Minijobber ist und von “seinem” Versicherungsmenschen schon beraten worden ist, ohne dass dieser auf die hier genannten Möglichkeiten hingewiesen hat, sollte sich an diesen halten und ihn wegen Falschberatung zur Rechenschaft ziehen. Im besten Fall kann man sich von ihm bzw. seiner Haftpflichtversicherung die entgangenen Vorteile holen! Auf keinen Fall aber nochmals von diesen Ahnungslosen beraten lassen!

    Suchen Sie sich einen QUALIFIZIERTEN, gut ausgebildeten Spezialisten und lassen Sie sich dann mal beraten! Und wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich einen zweiten Berater ins Haus! Es geht um Ihr Geld und eine Investition von wenigen Stunden! Es lohnt sich!

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