Informationen und Anmerkungen


Anhörung zum Kopftuchverbot in NRW

Im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat heute eine öffentliche Anhörung über den Gesetzentwurf der Landesregierung zur gesetzlichen Verankerung eines Kopftuchverbotes für Lehrerinnen stattgefunden. Es kam, wie es kommen musste: Während sich die CDU bestätigt sieht, da der Regierungsentwurf an die (verfassungsrechtlich allerdings zweifelhafte) Rechtslage in Baden-Württemberg angelehnt wurde, melden die Grünen Bedenken an, weil das Kopftuch auf einen laizistischen Staat hinaus laufen könnte. Die SPD meldet verfassungsrechtliche und vor allem handwerkliche Bedenken an.

Sollte der Gesetzentwurf angenommen werden, ist in der Tat mit Klagen zu rechnen, bei denen die Gerichte sich dann hoffentlich auch zu der Frage äussern werden, wie eine Lehrerin zur Ehrfurcht vor Gott erziehen soll, wenn sie selbst dazu verpflichtet ist, ihre eigenen religiösen Überzeugungen zu verbergen: Wer das Kopftuch verbieten will, der muss in der Tat alle religiösen Bezüge aus den Schulen verbannen.


Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 9. März 2006 um 14:42 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht, Staatsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


3 Kommentare zu “Anhörung zum Kopftuchverbot in NRW”

  1. Ekrem Senol

    Wird in den Schulen denn Ehrfurcht vor Gott überhaupt vermittelt? Ich habe davon nichts mitbekommen.

  2. Johannes Rux

    Dieses Ziel sollte zumindest erreicht werden, wobei klar ist, dass es nicht um eine bestimmte Gottesvorstellung geht, sondern um Respekt vor Glaubensüberzeugungen und auch darum, den Schülern nahe zu bringen, dass die Verfassung auf einer transzendenten Grundlage beruht. Ob und wie das geschieht, bleibt letzten Endes den Lehrern überlassen… Aber das ist eine lange Geschichte…

  3. JurBlog.de » Katholiken kämpfen für das Kopftuch

    […] Dr. Johannes Rux geht davon aus, sollte der Gesetzesentwurf angenommen werden, dass mit Klagen zu rechnen sei und hofft darauf, dass die Gerichte sich dann hoffentlich auch zu der Frage äußern werden, wie eine Lehrerin zur Ehrfurcht vor Gott (Art. 7 Abs. 1 NRW-Verfassung) erziehen soll, wenn sie selbst dazu verpflichtet ist, ihre eigenen religiösen Überzeugungen zu verbergen. Ekrem Senol - Köln, 11.03.2006 […]

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