Informationen und Anmerkungen


Doppelzüngig

Es ist schon bemerkenswert, dass sich der CSU-Vorsitzende Stoiber nun für Einbürgerungstests nach US-Vorbild ausspricht, nachdem die CDU/CSU über Jahrzehnte hinweg verhindert hatte, dass sich Deutschland überhaupt als Einwanderungsland sieht…. Natürlich kann man von Einbügerungswilligen einiges verlangen - wobei der “Hessentest” sicher kein Massstab ist - aber dann muss man ihnen umgekehrt auch etwas bieten!

Aber das ist wahrscheinlich zu viel verlangt…


Dieser Eintrag wurde am Freitag, den 24. März 2006 um 11:25 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


3 Kommentare zu “Doppelzüngig”

  1. Thilo

    Ach und Sie glauben, dass den Einwanderern in Deutschland oder Bayern nichts geboten wird? Das kann doch wirklich nicht ihr ernst sein! *kopfschüttel*

  2. Johannes Rux

    Dann müssen wir das also doch genauer konkretisieren: Die deutsche “Einwanderungspolitik” ist seit jeher von der Vorstellung des “Gastarbeiters” geprägt gewesen. Dies hat sich erst durch das Zuwanderungsgesetz geändert. Aber auch danach versteht sich Deutschland jedoch nicht als echtes Einwanderungsland, das die Zuwanderung gezielt steuern würde. Wer in die USA, nach Kanada, Australien oder in eines der anderen “klassischen” Einwanderungsländer gehen will, der wird zwar auf Herz und Nieren geprüft. Ist er jedoch akzeptiert worden, dann werden ihm auch Integrationsangebote gemacht. Davon ist die deutsche Politik meilenweit entfernt. Auch wenn Deutschland (oder von mir aus Bayern) als Zuwanderungsland noch so attraktiv ist…

  3. Roland Späth

    Einwanderungspolitik nach dem Vorbild der Herren Stoiber und Koch, scheint geprägt von der Vorstellung der Gewährung einer Gnade. In Wahrheit wird eher umgekehrt ein Schuh daraus, denn nach allem, was wir wissen , ist Deutschland in hohem Masse eher Zuwanderungswilligen verpflichtet, da es die Politik versäumt hat, entsprechende familienpolitische Bedingungen für eine weitgehend selbstständige Erhaltung oder erforderlichen Zuwachs zu schaffen.
    Faktisch reden wir derzeit sicher über die Einbürgerung seit langem, mglw. mehrere Generationen, hier ansässiger Mitbürger ausländischer Herkunft. Dass sich hier parteipolitisches Gezänk eröffnet, ist beschämend, denn diese Menschen haben erhebliche Leistungen für dieses Land erbracht. Dass bei einem Einbürgerungsbegehren immer auch Abwägungen von Vor- und Nachteilen der Betreffenden einfliessen, ist wohl das, was den meisten von Neid geprägten Zuwanderungsgegnern die Sinne vernebelt. Aber auch, wenn ein Rentner mit der oft kargen Rente in sein ehemaliges Heimatland zurückgeht, werden Stimmen laut, ihm diese dort u. U. fürstliche Apanage strittig zu machen. Dass gerade die lautstarken Zuwanderungsgegner jahrzehntelang russische Aussiedler mit hohen Geldzahlungen und unter immenser Belastung der Kranken-und Rentenkassen ins Land holten, wird immer vergessen.
    Die Attraktivität eines Landes ist immer auch relativ und bemisst sich an den tatsächlichen Lebensumständen der Einwanderungswilligen. Für viele der hier bereits ansässigen und in hohem Masse auch für viele Deutsche selbst, ist die Attraktivität dieses Landes aber nicht -mehr- gegeben.
    Was aus der Ignoranz anstehender Migrantionsprobleme entstehen kann,wird in Frankreich mehr als deutlich. Insofern sollte man schnellstens dazu übergehen, sinnlose Prüfungsdebatten zu unterlassen und die dringlichsten Probleme in den Griff zu bekommen. Intergration spart auch immense Gelder.

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