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Altersgrenze für Professoren

Das ElbeBlawg weist auf ein Interview mit dem Präsidenten der DFG Ernst-Ludwig Winnacker hin, der sich - wie schon andere vor ihm - dafür ausgesprochen hat, die starre Altersgrenze für Professoren aufzugeben.

Eine nette Idee - und irgendwie kann man die Herren und Damen ja auch verstehen. Allerdings gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs endgültig jede Perspektive zu rauben: Denn wenn keine Lehrstühle frei werden, dann gibt es keine Perspektive und statt den Emeriti wandern dann eben die jungen Wissenschaftler ins Ausland ab.

Das Problem ist auch weniger die starre Altersgrenze, da die Professoren ja nicht gehindert sind, auch im Ruhestand zu forschen. Viel wichtiger sind die begehrten Laborplätze und der Zugang zu den technischen Einrichtungen der Hochschulen. Hier könnte man nun aber durchaus flexibler werden, ohne zugleich dem Nachwuchs das Wasser abzugraben. Nicht die schlechteste Lösung bestünde darin, wenn denjenigen, die auch nach der Vollendung des 65. Lebensjahres weiterforschen wollen, dies nur unter der Bedingung gestattet wird, dass sie dann auch Drittmittel in entsprechender Höhe einwerben - so wie es etwa dem Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch soeben gelungen ist, um seine Position am Münchener Max-Planck-Institut für Quantenoptik auch nach der Vollendung des 65. Lebensjahres zu behalten.

Der Umstand, dass es einem Forscher gelingt, Drittmittel einzuwerben, wäre dies zugleich ein Beleg für die Qualität ihrer Forschung - allerdings muss man auch dann beachten, dass die jüngeren und noch nicht so profilierten Wissenschaftler damit schlechtere Chancen hätten, ihrerseits an die begehrten Drittmittel zu kommen. Dies ist aber wiederum deshalb problematisch, weil die Mittelzuweisungen an die Fakultäten und die Zulagen, die Professoren gegebenenfalls gezahlt werden, nicht zuletzt von der Höhe der Drittmittel abhängen, die sie eingeworben haben. Letzten Endes käme es also darauf an, ob es gelingt, die Drittmittelsumme zu erhöhen.


Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 25. Juli 2006 um 9:56 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Arbeitsrecht, Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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