Informationen und Anmerkungen


Illegale und die Schule

Kleine Anmerkung zu einem NDR-Beitrag über Ausländer, die illegal in Deutschland leben:

Es gibt nicht nur Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeit und der Gesundheitsversorgung. Am härtesten werden gegebenenfalls die Kinder von Ausländern getroffen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Denn diese Kinder gehen häufig nicht in die Schule, da sie oder ihre Eltern befürchten müssen, dass die Schule die Ausländerbehörden einschalten könnte.

Das in den meisten Landesverfassungen und Schulgesetzen statuierte Recht auf Bildung hängt aber nicht vom Aufenthaltsstatus ab. Die Schulen sind daher gegebenenfalls dazu verpflichtet, diese Kinder am Unterricht teilnehmen zu lassen - ohne sie oder ihre Eltern den Ausländerbehörden zu melden. In der Praxis gibt es auch viele Schulen, die hier die erforderliche Sensibilität an den Tag legen.

Schwierigkeiten ergeben sich allerdings spätestens bei der Ausstellung von Abschlusszeugnissen und dem Übergang in eine Berufsausbildung oder gar ein Studium. Die einzig sinnvolle Art des Umgangs mit diesem Problem besteht daher wohl darin, jedenfalls solchen Ausländern, die in Deutschland eine Schule bis zum Abschluss besucht haben, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu gewähren.


Dieser Eintrag wurde am Montag, den 31. Juli 2006 um 9:50 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


6 Kommentare zu “Illegale und die Schule”

  1. Leser

    Das sehe ich anders, legal zuwandern sollen nur die Besten, Illegale sollen so zeitnah wie möglich wieder abgeschoben werden. Stattdessen sollte man eher gezielte Entwicklungshilfe in deren Herkunftsländern leisten.

  2. Johannes Rux

    @Leser:

    Auch wenn mancher anonym bleiben will, soll er eine Antwort bekommen: Völlig unabhängig davon, ob man es gut und richtig findet, dass sich Menschen illegal in Deutschland aufhalten, ist es eine ganz andere Frage, ob man den Kindern dieser Zuwanderer die Perspektive rauben will. Die können in der Regel nichts für die Entscheidung ihrer Eltern - und sind kaum in der Lage, in deren Heimat zurück zu kehren.

  3. Leser

    @Johannes Das ist richtig, und es handelt sich um ein schwieriges Thema. Ihre letzte Forderung fand ich jedenfalls zu weitreichend, jedem Illegalen nach Schulabschluss eine gesicherte Aufenthaltserlaubnis zu geben. Die dann bereits finanzierte Schulbildung in Deutschland ist bereits ein grossartiges Geschenk für die betroffenen Menschen. Jedoch sollte es dann wohl zB entsprechende Lehreinrichtungen geben, zB an Volkshochschulen, in denen solche Menschen ihre Bildung bekommen. Sollten diese illegal Zugewanderten mit dt. Kindern über einen längeren Zeitraum in einer Klasse unterrichtet werden, wird dies aufgrund der überragenden Differenzen das dt. Schulsystem in nicht tollerierbarem Masse belasten und lediglich eine Bildung für alle auf unterem Niveau ermöglichen. Dies zeigt die aktuelle Hauptschul-Bildungsdiskussion im Allgemeinen und in Imigrantengegenden im Besonderen.

  4. Johannes Rux

    das lasse ich jetzt mal unkommentiert so stehen …

  5. H. Wendler

    Mal eine verspätete, aber überfällige Reaktion: Warum bleibt das eigentlich unkommentiert stehen? Warum darf Kurzgedachtes ā la die Schulbildung in Deutschland sei ein “grossartiges Geschenk” und die Kinder Zugewanderter würden “das dt. Schulsystem in nicht tollerierbarem Masse” belasten (übrigens: Toleranz mit einem L, so viel zum “grossartigen Geschenk”) hier den Schlussstrich unter eine Debatte ziehen, die Menschen wie besagter “Leser” ob mangelnder Praxis und Kenntnisse wohl kaum abschätzen können? Da hätte das krude Staats(bürger-)recht deutscher Ausprägung nun wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient.

  6. Johannes Rux

    @H. Wendler: Das bleibt deshalb unkommentiert stehen, weil sich der “Leser” durch seinen Beitrag schon selbst entlarvt hat. Wie soll man auf dem Niveau diskutieren? Aber Sie haben schon recht: Mehr Aufmerksamkeit wäre gut!

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