Informationen und Anmerkungen


Wie war das noch mit der Republik?

Nachdem Carl Herzog von Württemberg heute seinen 70. Geburtstag feiert, ist die Presse zumindest im Lände voller Glückwünsche. Dieses Interview mit der Stuttgarter Zeitung gibt aber doch zu denken. Sätze wie

Aber es ist immer gut, wenn jeder in seiner gesellschaftlichen Schicht bleibt, solange er es irgendwie machen kann.

passen selbst dann nicht mehr in die heutige Zeit, wenn sie sich nur auf die Frage beziehen, ob ein Angehöriger der Familie von Herrn Herzog von Württemberg eine “Bürgerliche” heiraten darf. Und die Forderung nach Einführung einer konstitutionellen Monarchie scheint geradezu verwegen.

Durchaus sympathisch ist hingegen, dass Herr Herzog von Württemberg besser als die Repräsentanten öffentlicher Einrichtungen im Lande Baden-Württemberg weiss, dass sein Name kein Titel ist. Und dennoch findet sich allüberall das verräterische SKH für “Seine königliche Hoheit” - leider auch auf den Internet-Seiten seiner eigenen Unternehmen.

Ich kann daher nur hoffen, dass es in erster Linie dem sozialen Engagement von Carl Herzog von Württemberg zu verdanken ist, wenn sich heute gleich drei (Ex-)Ministerpräsidenten zur Gratulation einfinden werden. Er kann ja nichts dafür, dass die Abstimmung am 20. Juni 1926 so ausgegangen ist…


Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 1. August 2006 um 8:40 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein, Staatsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


3 Kommentare zu “Wie war das noch mit der Republik?”

  1. Michael

    Hätte ich auch so kommentiert.
    Herr von Württemberg darf gerne seine Reichtümer verzehren (und, so er erfolgreich wirtschaftet, auch mehren).
    Aber das Land gehört jetzt uns.
    rx.

  2. Assessor jur. Wilhelm Löffelsend

    Ich begrüße die Äußerung S.K.H. Herzog Carl von Württemberg zur Einführung der parlamentarischen (nicht: konstitutionellen!) Monarchie uneingeschränkt. Unser “Bundeshotte” Köhler ist bestimmt ein integerer Mann, aber jeder Präsident ist letztendlich ein Parteipolitiker und davon haben wir weiß Gott genug. Nur ein Monarch ist in der Lage, unser Land als wirklich unabhängige, keiner bestimmten Gruppe oder Lobby verpflichtete Persönlichkeit zu repräsentieren. Gerade Herzog Carl ist dafür mit seinem sozialen Engagement, seinem Kunstverständnis und seiner Ausstrahlung ein hervorragendes Beispiel; das gilt auch für seine Familie. Eine Monarchie würde auch mehr Glanz auf unser Land fallen lassen als die fade, farblose und verstaubte Republik, die besser heute als morgen der parlamentarischen Monarchie Platz machen sollte.

    P.S. Für mich steht Herzog Carl selbstverständlich der Titel “Königliche Hoheit” zu! Was interessieren mich noch die Regelungen der Weimarer Republik; die ist mitsamt ihrem Nazi-Nachfolgestaat und dem Reichspräsidenten Hitler (was leicht vergessen wird: auch Nazi-Deutschland war eine Republik!) untergegangen, und das war gut so. Es lohnt sich wirklich nicht, diesen Staatsgebilden 1919 - 1945 eine Träne nachzuweinen.

  3. Johannes Rux

    Bis zum P.S. des Herrn Löffelsend ist das ja fast putzig zu lesen. Danach wird es aber doch allzu herbe. Das Nazi-Regime als Republik zu bezeichnen, nur um den republikanischen Gedanken dikreditieren zu können, das ist mehr als peinlich!

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