Informationen und Anmerkungen


Ein (leider allzu) typischer Fall von Mobbing - ich habe es mir ja gedacht

Schon als ich diese Meldung gelesen hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass an dem Vorwurf, eine Lehrerin habe zwei Schüler für einige Minuten an einem Garderobenhaken aufgehängt, allzu viel dran sein würde. Dazu klang die Geschichte doch allzu konstruiert.

Gestern hat das zuständige Amtsgericht die Pädagogin freigesprochen, da es erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen hatte: Schliesslich waren die Vorwürfe erst gut ein Jahr nach dem angeblichen Vorfall erstmals geäussert worden.

Auch wenn es theoretisch möglich wäre, dass die Schüler und ihre Eltern aus Angst vor möglichen Sanktionen so lange geschwiegen haben, deuten die Umstände doch eher daruaf hin, dass es sich hier um einen klassischen Fall des Mobbing gegen eine ungeliebte Lehrerin handelt. Leider wäre der Vorfall dann kein Einzelfall.

Was diesen Fall von vielen anderen unterscheidet, sind die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen und die Haltung der Schulaufsichtsbehörden. Leider nehmen diese ihre Fürsorgepflicht allzu oft nicht so ernst, wie es hier der Fall war. Vielmehr kommt es gerade dann, wenn die Presse bereits involviert ist, immer wieder vor, dass die Schulaufsichtsbehörden massive Vorwürfe im Raum stehen lassen - anstatt sich zunächst vor die Lehrkraft zu stellen und den Sachverhalt aufzuklären. Hat sich das Vorurteil einmal in den Köpfen festgesetzt, dann kommt es am Ende gar nicht mehr darauf an, ob sich die Vorwürfe spter als haltlos erweisen. Treffen die Vorwüfe zu, ist hingegen immer noch Zeit, mit den Mitteln des Disziplinar- und Arbeitsrechts zu reagieren.


Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 20. September 2006 um 9:19 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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