Informationen und Anmerkungen


Was will Herr Winnacker uns damit sagen…?

Bereits in der vorletzten Ausgabe der ZEIT findet sich ein Interview mit dem DFG-Präsidenten Ernst-Ludwig Winnacker zur “Exzellenz-Initiative”. Der Verlauf dieser Initiative und der Diskussionen des letzten Jahres deutet auf einen allmählichen Abschied vom Ideal einer Voll-Universität hin. Zwar ist mit der LMU eine klassische Voll-Universität unter den drei zertifizierten Leuchttürmen der deutschen Wissenschaftslandschaft. Mit den Technischen Hochschulen in Karlsruhe und München haben sich daneben aber zwei Institutionen durchgesetzt, die nur ein beschränktes Fächerspektrum anbieten - und dort Beachtliches leisten.

Man kann von dieser Entwicklung halten, was man will. Für Rechtswissenschaftler mutet es jedoch reichlich merkwürdig an, wenn jemand wie Ernst-Ludwig Winnacker im Interview mit der Zeit sagt:

[…] Nur ganz wenige Universitäten können das gesamte Fächerspektrum auf hohem Niveau anbieten. Man sollte sich ohnehin überlegen, ob manche Disziplinen an einer Fachhochschule besser aufgehoben sind als an einer Universität. Betriebswirtschaft, grosse Teile der Ingenieurwissenschaften und Jura könnten an Fachhochschulen verlegt werden. Oder Pharmazie: Warum muss jemand, der Aspirin verkauft, an einer Universität ausgebildet werden?

Es mag ja auf meine “déformation professionelle” zurück zu führen sein, aber ich halte die Unterstellung, dass die Rechtswissenschaft insgesamt nichts an den Universitäten zu tun habe, doch für reichlich unangemessen.


Dieser Eintrag wurde am Montag, den 30. Oktober 2006 um 8:03 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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