Informationen und Anmerkungen


Börsengang der Bahn - und die Folgen für die Kunden

Als Fernpendler bin ich auf die Bahn angewiesen. Zum 10.12. steht bekanntlich der Fahrplanwechsel ins Haus. Daher habe ich mir gerade den Fahrplan für 2007 geladen - und festgestellt, dass die Bahn wirklich versucht, Kosten zu vermeiden. Bisher kam mein Zug nämlich um 0:09 am Hauptbahnhof in Bochum an. Der letzte Bus zu meinem Zielort fährt dort um 0:15 ab. In der Regel sollte das problemlos ausreichen. Tatsächlich habe ich etwa jede dritte bis vierte Woche so viel Verspätung, dass ich doch auf ein Taxi angewiesen bin - und die Bahn vergütet mir das mit einem Gutschein, den ich auf meine nächste Bahncard anrechnen lassen kann. So weit, so schlecht.

Nach dem neuen Fahrplan wird der ICE - anders als die früheren Züge auf dieser Verbindung - erst um 0:13 in Bochum ankommen. Dies ist nach dem Linienfahrplan darauf zurück zu führen, dass der Zug für die Strecke zwischen Frankfurt/Flughafen und Siegburg bzw. Köln in Zukunft nicht mehr 58 Minuten brauchen wird, sondern 8 Minuten (also fast 14 Prozent!) länger. Ein Grund dafür ist nicht ersichtlich: Denn die früheren Züge auf dieser Strecke fahren nach wie vor genauso schnell.

Der örtliche Nahverkehr wird zunächst nicht angepasst. Ab dem 10.12. muss ich daher entweder eine Stunde früher fahren oder in Kauf nehmen, dass ich jede Woche auf eigene Kosten mit dem Taxi fahren muss. Jetzt kann ich nur hoffen, dass der VRR der Änderung in seinen Fahrplan ab dem 8.1.2008 reagiert. Nach dem Fortfall der Regionalisierungsmittel, der Bund bisher für den Nahverkehr zur Verfügung gestellt hatte, ist allerdings ohnehin die Rede davon, dass 20 Prozent aller Verbindungen eingestellt werden…

Schlechte Aussichten.


Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 15. November 2006 um 9:56 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Allgemein zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


2 Kommentare zu “Börsengang der Bahn - und die Folgen für die Kunden”

  1. -thh

    Man kann’s der Bahn ja eigentlich kaum zum Vorwurf machen, eine längere Fahrtzeit im Fahrplan anzugeben, wenn der Zug faktisch in einer erheblichen Zahl der Fälle tatsächlich länger braucht, als im Fahrplan steht - wenn der Plan nicht einzuhalten ist, muß er eben der Realität angeglichen werden.

    Allerdings drängt sich hier schon die dahinterstehende Absicht auf …

  2. Johannes Rux

    Ich will ja gar nicht sagen, dass die Bahn mir absichtlich Böses wollte. Auch ist es sicher richtig ist, dass es besser ist, den Fahrplan der Realität anzupassen als mit Verspätungen zu leben. Der von mir aufgezeigte Sachverhalt illustriert jedoch die Probleme bei der Vernetzung der Verkehrsträger: Schliesslich wäre es der Bahn ohne Weiteres möglich gewesen, die bogestra rechtzeitig zu informieren - und dann hätte die den Fahrplan der Buss entsprechend anpassen können.

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