Informationen und Anmerkungen


Nichts verstanden

Der VBE (Verband Bildung und Erziehung) in Baden-Württemberg hat in einer Pressemitteilung beklagt, dass sich viele Schulaufsichtsbeamte “überflüssig” fühlen, da sie nicht in die seit kurzem im Schulgesetz verankerte externe Evaluation der Schulen einbezogen würden. Statt dessen würden für diese Evaluierungen “eingelernte Lehrkräfte” verwendet.

Diese Meldung erregt Besorgnis. Denn sie impliziert, dass die Schulräte den Sinn und die Funktionsweise der Evaluation nicht verstanden haben. Die Fremdevaluation soll sicherstellen, dass die schulinternen Massnahmen zur Verbesserung und Erhaltung der Qualität greifen. Damit die Evaluatoren einen realistischen Einblick in die Verhältnisse an der Schule erhalten, brauchen sie das Vertrauen der Beteiligten. Dieses Vertrauen werden sie aber schwerlich erlangen, wenn die Schulleitung und die Lehrkräfte befürchten müssen, dass eventuell erkannte Defizite dazu führen werden, dass die Schulaufsichtsbehörden einschreiten. Schliesslich geht es in erster Linie um die innere Schulentwicklung und darum, dass die Schulen in eigener Verantwortung agieren. Das wäre aber kaum zu erwarten, wenn die Inspektionen von den Schulräten durchgeführt werden, also von den Dienstvorgesetzten der Schulleiter und Lehrkräften. Schliesslich unterscheidet man auch in der freien Wirtschaft aus gutem Grund zwischen Controlling, externen Unternehmensberatern und den “Chefs”.

Wenn es zutreffen sollte, dass die Schulräte nun nicht mehr genug zu tun haben, dann könnte man ja darüber nachdenken, sie wieder als Lehrkräfte oder für Leitungsfunktionen an Schulen einzusetzen.


Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 25. April 2007 um 17:41 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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