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Neues zur “Online-Durchsuchung”

Es ist ja fast schon spannend genug, dass sich Beck-online auf Chip beruft, aber noch interessanter ist natürlich, was BKA-Chef Ziercke dem Computer-Fachmagazin über den verdeckten Zugriff auf private Rechnersysteme erzählt hat: Danach hat das BKA scheinbar die Pläne aufgegeben, seine Schnüffelsoftware über das Internet auf die Rechner der Zielpersonen zu spielen, weil dafür allzu viele Hürden überwunden werden müssten. Statt dessen soll die Software offenbar “klassisch” installiert werden, indem Beamte des BKA heimlich in die Wohnung der Zielpersonen eindringen - wobei die Installation der Software dann wiederum voraussetzt, dass die Behörden die Zugangspasswörter für die Rechner kennen.

Wäre dem so, müsste man in der Tat kaum befürchten, dass die Online-Durchsuchung zu einem Massenphänomen wird. Allerdings stellt sich nun mehr denn je die Frage, ob und in wie weit solche Massnahmen mit dem Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung vereinbar sind.


Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 7. August 2007 um 7:40 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Staatsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


2 Kommentare zu “Neues zur “Online-Durchsuchung””

  1. Urlauber

    Bemerkenswert fand ich einen (oder den) diesjährigen Aprilscherz eines bekannten Computerclubs, der sich immer wieder gerne mit dem Thema “Hacking” beschäftigt. Der Aprilscherz hatte zum Inhalt, der Anwender, der die Steuersoftware “Elster” auf seinem PC installiert, würde sich damit gleich den “Bundestrojaner” einfangen. Eine technisch völlig abwegige Vorstellung wäre das nicht, weil sich so auf elegantem Wege eine vorhandene Firewall überwinden ließe.

    Das eigentlich Bemerkenswerte war für mich aber, dass etliche Medien darauf angesprungen sind und diese Meldung übernommen haben. Dies erlaubt tiefe Einblicke in das Vertrauensverhältnis zwischen dem Staat und seinen Bürgern.

  2. computer-datenrettung.de

    Naja, so ganz abwegig muss dieser “Scherz” nicht sein. Über eine Software wie Elster wäre es ganz sicher möglich, unbemerkt Schadcode einzuschleusen. Das Überwachen der Nutzerdaten und das Versenden derselben übers Netz wäre auch nicht sonderlich schwierig. Nur ein Bruchteil aller privaten Rechner ist hinlänglich abgesichert, um unerlaubten Datenverkehr vom lokalen Rechner an Dritte zu unterbinden. Das Thema dürfte noch spannend werden, auch wenn jetzt offiziell die Pläne zur Verbreitung des Trojaners übers Netz aufgegeben wurden.

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