Informationen und Anmerkungen


Zentralabitur

eigentlich will ich zu Sommerloch-Kapriolen keine Stellung nehmen. Aber nachdem zunächst Bundesbildungsministerin Schavan mit der Forderung nach einheitlichen Schulbüchern und nun der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger mit der Idee eines bundesweiten Zentralabiturs die Medienaufmerksamkeit suchen, kann ich mir eine Anmerkung nicht verkneifen.

Selbstverständlich wäre es gut, wenn es bundesweit einheitliche Bildungsstandards gäbe, deren Einhaltung dann auch durch einheitliche Prüfungen kontrolliert werden müsste. Dass das sinnvoll ist, haben im letzten Jahr auch die Bürger der Schweiz erkannt, die mit grosser Mehrheit einer Verfassungsänderung zugestimmt haben, mit der zahlreiche Zuständigkeiten im Bildungswesen von den Kantonen auf den Bund verlagert wurden.

Dennoch tut es weh, wenn sich nun die angeblichen Vorkämpfer des Bildungsföderalismus, die vor kurzem noch dafür gesorgt haben, dass der Bund in diesem Bereich noch weniger zu sagen hat, als Befürworter einer Vereinheitlichung im Bildungswesen aussprechen.

Da sollen die Länder doch lieber erst einmal selbst dafür sorgen, dass die von ihnen definierten Standards auch umgesetzt werden. Und wenn sie das nicht schaffen, dann hat der Bund immer noch den Hebel des Art. 74 Nr. 33 GG in der Hand, mit dem er eine bundesweit einheitliche Hochschuleingangsprüfung durchsetzen könnte.


Dieser Eintrag wurde am Freitag, den 10. August 2007 um 14:11 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Staatsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


Ein Kommentar zu “Zentralabitur”

  1. Michael

    sgt

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