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Und wieder mal die Kleiderordnung

Nach dem Streit um Kopftücher gibt es wieder mal Gelegenheit, sich mit der Kleiderordnung an Schulen auseinander zu setzen. Auch wenn die Reinhold-Nägele-Realschule im württembergischen Weinstadt nicht die erste Schule ist, in der ein Anti-Nazi-Dresscode eingeführt wurde, hat sie es mit ihrer Massnahme immerhin in den Spiegel gebracht.

In der Tat gibt es in jüngster Zeit eine Tendenz, das Verbot der “bekannten” Nazi-Symbole wie dem Hakenkreuz oder den SS-Runen zu ersetzen. Welche Bedeutung die Ersatzsymbole haben, erschliesst sich dabei zunächst nur den Eingeweihten - die sich über die Unwissenheit der Umwelt ins Fäustchen lachen. Daher besteht aller Anlass, sich mit dem geheimen Dresscode auseinander zu setzen. Aber muss man die Klamotten gleich verbieten? Wer sich aus der pubertären Lust an der Provokation heraus eine 88 an die Jacke pinnt oder es schickt findet, nur Sweatshirts bestimmter Marken zu tragen, deren Logo bei halbgeöffneter Jacke irgendwie an “NSDAP” erinnert, den sollte man ernst nehmen und darüber aufklären, zu was er sich damit eigentlich bekennt. Wenn man ihm das Verhalten verbietet, eröffnet man nur einen sinnlosen Wettlauf, weil Lehrer und andere Autoritätspersonen immer eine Weile länger brauchen, bis sie verstehen, worum es eigentlich geht. Allerdings kostet diese Diskussion mehr Kraft als ein schlichtes Verbot - darauf deuten zumindest die Kommentare zu einer kleinen Meldung von Handakte hin…

Auf der anderen Seite gibt es aber auch keinen Grund, gleich die grosse Keule einer Verletzung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit auszupacken, wenn die zuständigen Organe einer Schule eine Kleiderordnung beschliessen. Allerdings sollte man dann besser gleich in die Vollen gehen und eine Schuluniform einführen. Denn damit ist den politisch motivierten Design-Spielereien endgültig der Boden entzogen und man kann sich wieder um Inhalte kümmern.


Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 31. März 2005 um 15:49 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht, Verwaltungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


2 Kommentare zu “Und wieder mal die Kleiderordnung”

  1. Roland Späth

    Sehr schön formuliert, leider sieht die Realität nicht nur naders aus, sondern hat sich auch noch ausgeweitet. Dresscode an Schule oder Arbeitsplatz mag man aus vielerlei Gründen diskutieren, Sinn oder Unsinn sind sicher oft nicht wiet voneinander entfernt, der Trend geht zur Schuluniform.
    Was sich die Staatsmacht allerdings zwischenzeitlich anmasst, lässt allerdings weitreichende Schlüsse zu,die man hier gar nicht erwöhnen darf. ohne Gefahr zu laufen,wegen Beleidigung oder gar Volksverhetzung belangt zu werden.
    Im Ländle BW treibt der staatsterror reichlich BLüten. Mit fadenscheiniger Argumentation oder auch einfach rechtswidrig werden Träger von antifaschistischen Aufnähern oder Buttons kriminalisiert und mit Gerichtsverfahren überzogen. Kindern und Jugendlichen wird in Stuttgarts Strassen angeblich schon Geld meist 10.-E)(aus der Tasche geleiert
    - juristisch heisst das: Erpressung und /oder Nötigung-
    oder mit Anzeige gedroht.Der Aufnäher wird aus der Kleidung geschnitten und eigezogen.
    Erste Verurteilungen im Schnellverfahren- ich habe einen Strafbefehl über 1500.- euronen, gegen den ich Einspruch erhoben habe, Verhandlung am 7-12-05 11.00 Uhr AG Stuttgart saal 303-
    gibt es bereits.
    Schon 1982 haben BGH und OLG richtungsweisende Urteile gesprochen,die die Neokonservativen Deutschnationalen um Oetti und Co. wohl nicht mehr schmecken und die mit aller Gewalt aufgebrochen werden sollen.
    Wehret den Anfängen, das hat damals schon keiner getan, iwrd man heute wieder so gleichgültig Verfassungs und Rechtsbruch hinnehmen. Es betrifft mich ja nicht, wir dschon recht so dsein,die wissen doch, was sie tun????
    Wenn das in dne Köpfen steckt,dann gute Nacht Deutschland.
    Du bist Deutschland, ich bin das Arschloch!!!!!!!!!!

  2. Roland Späth

    roland_spaeth@web.de , wer kontaktieren möchte.

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