Informationen und Anmerkungen


Muslimischer Junge muss am Schulunterricht teilnehmen

Wie der Spiegel berichtet, hat das VG Düsseldorf die Klage muslimischer Eltern abgewiesen, die ihren Sohn vom koedukativen Schwimmunterricht in der 5. Klasse befreien lassen wollten. Zur Begründung stellte das Gericht vor allem darauf ab, dass es den Klägern nicht gelungen sei, entsprechende Glaubensgebote darzulegen.

Tatsächlich lässt sich dem Koran kein Gebot entnehmen, das muslimische Männer daran hindern würde, ein Schwimmbad aufzusuchen. Insbesondere gibt es keinen Anspruch, vor dem Anblick leicht bekleideter Mädchen geschützt zu werden - allerdings kann man sich die Frage stellen, ob es klug ist, in den Schwimmunterricht auch noch in der 5. und 6. Klasse koedukativ zu erteilen…

In dem Bericht des Spiegel wird auch noch auf die steigende Zahl von Anträgen zur Befreiung vom Biologie- und Sexualkundeunterricht verwiesen. Antragsteller sind dabei keineswegs nur muslimische Eltern, sondern auch strenggläubige Christen. Tatsächlich gibt es in keiner Religion ein Verbot, sich mit bestimmten Kenntnissen auseinander zu setzen. Wer daran glaubt, dass die Welt genau so erschaffen wurde, wie es im 1. Buch Mode beschrieben ist, kann daher nicht verlangen, dass seine Kinder nichts über die Evolutionstheorie erfahren. Und Eltern, die vorehelichen Geschlechtsverkehr strikt ablehnen, können nicht verhindern, dass ihren Kindern Kenntnisse über die menschliche Sexualität vermittelt werden. Daher ist es durchaus erstaunlich, wenn einige Schulbehörden Anlass dazu gesehen haben, entsprechenden Befreiungsanträgen statt zu geben.


Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 1. Juni 2005 um 10:35 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Bildungsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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