Informationen und Anmerkungen


Schröder und die Stammzellen

Gerhard Schröder hat in einer Rede in Göttingen seine Position zur Stammzellforschung bekräftigt und konkretisiert - und dafür ordentlich eins auf die Mütze bekommen.

Die Frage, ob es sinnvoll oder moralisch vertretbar ist, wenn sich Deutschland auf ein Verbot der Forschung zurück zieht - aber von den Erkenntnissen der Forschung mit Stammzellen in anderen Ländern profitiert, ist allerdings leicht beantwortet: Die Tatsache, dass andere Länder diese Forschungen zulassen, rechtfertigt es nicht, auch in Deutschland die Hürden abzusenken. Bloss weil alle gegen Regeln verstossen, muss die Regel nämlich noch nicht schlecht sein - obwohl sich infolge des systematischen Tabubruchs durchaus auch das Rechtsbewusstsein verändert…

Viel wichtiger ist ein anderer Aspekt: Diejenigen, die sich mit solcher Vehemenz gegen die Forschung mit Stammzellen aussprechen, stützen sich entweder auf theologische Argumente, die im säkularen Staat keine Entscheidungsgrundlage sein können, oder aber auf die Auslegung des Grundgesetzes und dort wiederum auf die Garantie der Menschenwürde. Selbst eine totipotente Stammzelle ist jedoch noch kein Mensch im SInne des Art. 1 GG, weil sie lediglich die Möglichkeit beinhaltet, dass sich aus ihr ein Mensch entwickeln könnte.


Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 14. Juni 2005 um 19:12 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Staatsrecht zu finden. Sie koennen die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie koennen einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


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